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Kath. Seelsorge für Menschen mit Hörsehbehinderung / Taubblindheit

 

 

Definition: Deafblindness (DBI 2000)
www.deafblindinternational.org

 

Was ist das? Um was geht es?

 

Jemand, der seine Hör- und Sehfähigkeit teilweise oder ganz verliert wird dadurch schwer traumatisiert. Er wird völlig aus den bisherigen Bahnen seines Lebens geworfen. Seine Angehörigen und Freunde sind durch die Situation überfordert und wissen meist nicht, wie es weitergehen soll. Diese Not trifft junge Menschen und viele Menschen im Alter.

Schwieriger noch und gravierender ist es, wenn ein tauber Mensch erblindet und ein blinder Mensch ertaubt. Für ihn bedeutet der Ausfall des bisher intakten Sinnes den totalen Verlust von Kommunikation, Beziehung und der Möglichkeit, seine Umwelt zu erfahren und zu gestalten. Ohne intensive Hilfe, ohne Betreuung und Begleitung können davon Betroffene mit ihrem Leben und ihrer Not nicht zu Recht kommen.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart will bei dieser Not nicht abseits stehen und hat nach guten Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen und der Arbeit von "Selbstbetroffenen für Betroffene" dafür einen seelsorgerlichen und lebenspraktischen Dienst eingerichtet und Herrn Peter Hepp als Seelsorger und Berater für Menschen mit Hörsehbehinderung / Taubblindheit und ihre Angehörigen angestellt.

 


Unser Angebot:

 

  • Beratung und Begleitung von Menschen mit Hörsehbehinderung / Taubblindheit, deren Angehörige sowie ehrenamtliche und hauptamtliche Fachpersonen in persönlichen, familiären und religiösen Anliegen. Peter Hepp beherrscht Kommunikationsformen zum direkten Kommunizieren mit Betroffenen. Falls nötig, wird eine Dolmetscherin hinzugezogen.
  • Gestaltung von Begegnungen für Betroffene, ihre Angehörige und Assistenten
  • Gestaltung von Gottesdiensten für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen mit ihren Angehörigen und Assistenten
  • teilweise Spendung von Sakramenten
  • Mitwirkung in der Qualifizierung von Fachpersonal
  • Enge Kontakte und Zusammenarbeit mit Organisationen und Institutionen (Vereine, Selbsthilfegruppen, soziale, medizinische und psychologische Dienste, Gremien)

 

Zur Person:


Diakon Peter Hepp (Jahrgang 1961), verheiratet, zwei Kinder.

Peter Hepp ist von Geburt an taub und als Erwachsener aufgrund der Augenkrankheit "Usher-Syndrom" fast erblindet. Im Bereich des Gehörlosen- und Blindenwesens ist er durch ehrenamtliche Tätigkeiten für andere Betroffene bekannt. Er hält Vorträge bei Kommunikationsforen, in Fachhochschulen und Einrichtungen und veröffentlicht Artikel in Fachzeitschriften. Viele Betroffene, die ihn kennen, schätzen seinen Rat, seine Seelsorge und Hilfe.

Seit September 2002 ist er hauptamtlich als Seelsorger für Menschen mit Hörsehbehinderung/Taubblindheit in der ganzen Diözese Rottenburg-Stuttgart tätig.
Dienstsitz ist Rottweil.

 

 


Diakon Peter Hepp

Im St. Michael 39
78628 Rottweil
Tel: 0741-2902642
Fax: 0741-2902641
Email: Peter.Hepp@drs.de

 

 

Kommunikationsform für

Taubblinde: Das Tastalphabet

nach lorm

Lormen (www.taubblindenwerk.net)

Das Lormen ist ein in die Hand „geschriebenes" Alphabet, bei dem bestimmte Zeichen an bestimmten Stellen der Handinnenfläche verschiedene Einzelbuchstaben des Alphabets repräsentieren. Hieronymus Lorm, nach dem das Tast-Alphabet für Taubblinde benannt wurde, hat als erster im deutschen Sprachraum mit seinem Hand-Zeichen-System taubblinden Menschen den Weg zur Verständigung mit anderen eröffnet. Er hat sie damit aus ihrer Isoliertheit erlöst und in die Welt der Worte und Begriffe, der formulierbaren Gedanken und des Geistes geführt. Insofern ist seine Methode, die sich gegenüber anderen in der Neuzeit wegen ihrer Einfachheit durchgesetzt hat, eine Tat, deren Ausmaß erst in der Begegnung mit Taubblinden in ihrer ganzen Bedeutung erkannt wird.
Die Grafik zeigt die Verteilung der Buchstaben des Alphabets entsprechend ihrer Tastanordnung auf der Handfläche an. Sie sind im Verhältnis der Häufigkeit der Buchstaben in der deutschen Sprache und der raschen Erreichbarkeit angeordnet.

Das Lormen ist für schriftsprachkompetente Menschen schnell erlernbar. Als Kommunikationssystem mit dem nicht buchstabenkompetenten Kind scheidet es jedoch aus, die Verarbeitung stellt sehr hohe kognitive Anforderungen. Jedoch gibt es durchaus Einzelfälle, bei denen das Angebot auch als natives Sprachsystem zum Erfolg geführt hat. Als Kommunikationssystem für spät erblindete Gehörlose oder bei spät erworbener Taubblindheit wird es aber überaus erfolgreich eingesetzt.

 

 

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