Startseite  |  Sitemap  |  Impressum

Geplant ins Zentrum eines neuen Stadtteils:50 Jahre Auferstehung Christi-Kirche

 

 

 

Die Auferstehung-Christi-Kirche in Rottweil hat Grund zum Feiern: Sie ist bald 50 Jahre jung und somit eine der modernsten Kirchen der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Mit der Grundsteinlegung im Jahr 1968, den Jahren des Kirchbaus und der abschließenden Kirchweihe im Jahr 1970 gibt es für die heutige Kirchengemeinde genügend Gründe, in Gottesdiensten und Veranstaltungen dieses Jubiläum zu begehen. Offizieller Auftakt wird ein Festgottesdienst mit anschließendem Stehempfang im Gemeindezentrum am 22. April sein, zu dem alle Gemeinden der Seelsorgeeinheit eingeladen sind.
Ein Rückblick:
Nachdem die Ruhe-Christi Kirche für die damals noch zunehmende Zahl der Katholiken (im Lauf von 10 Jahren um rund 1600) und die im Süden der Stadt anwachsende Gemeinde zu klein geworden war und auch die Kapelle St. Michael des damaligen Eucharistinerklosters in der Königstraße nicht mehr ausreichte, sah sich die Kirchengemeinde Hl. Kreuz veranlasst, Anfang der 60er Jahre im Süden der Stadt eine neue Kirche zu planen. Die Heerstraße war gerade baulich erschlossen worden und die geplante Erweiterung der Stadt Rottweil nach Süden Richtung Bettlinsbad und nach Westen Richtung Zimmern geplant. Ein geeigneter Platz für einen Kirchbau mit 700-800 Sitzplätzen wurde gesucht und rechts von Merkt's Wäldle am Krummen Weg auch gefunden. Hier bot sich die Möglichkeit neben einem Pfarrhaus und einem Kindergarten mit Kinderspielplatz auch genügend Parkplätze zu schaffen, da sich schon damals rund um das Münster während der Gottesdienstzeiten ein Mangel an Parkmöglichkeiten abzeichnete. Für das mit der Planung des Kirchbaus beauftragten Stuttgarter Architekturbüros Kammerer und Beltz war die Wahl des Bauplatzes ausschlaggebend für den Entwurf einer Kirche, die als geistiges Zentrum des neuen Stadtteils dominierend und weithin sichtbar sein sollte. Die übrigen Bauten wie Gemeindezentrum und Kindergarten sollten sich terrassenartig in das Gelände einfügen.
Die Pläne fanden bei der Diözesanleitung in Rottenburg Gefallen, so dass der Bau einer katholischen Kirche in Rottweil-Süd am 12. Januar 1967 vom damaligen Bischof Carl Josef Leiprecht genehmigt wurden. Noch schneller als der Kirchbau wurde der Bau des Kindergartens am Krummen Weg- heute Kindergarten Arche Noah- als erste Zelle der neuen Gemeinde am 24. April 1966 in Angriff genommen.
Während also die Baumaßnahmen und die materielle Ausstattung von der Kirchengemeinde Heilig Kreuz aus erfolgte, wurde die Entstehung der neuen Gemeinde und ihre „innere" spirituelle Ausrichtung im Wesentlichen in die Hände der Eucharistiner gelegt. Diese bewohnten damals noch das alte sehr beengte Kloster in der Königstraße und erwarben zum Zweck der Errichtung neuer Räumlichkeiten am Krummen Weg Baugelände aus städtischem und privatem Besitz in unmittelbarer Nachbarschaft zur geplanten neuen Kirche. Im Jahr 1966 nahmen die Eucharistiner mit der Diözese Kontakt auf, um ihr Interesse an der in Planung befindlichen Kirchengemeinde zu bekunden, nachdem die Franziskaner daran kein Interesse hatten. Gedacht war das Kloster als modernes und weltoffenes „Kommunikationszentrum mit hoher geistiger Ausstrahlung, religiöses Zentrum der Stadt, außergottesdienstlicher Mittelpunkt für die angeschlossene Pfarrgemeinde, Diskussionsort für die Jugend und Raum für eine pädagogisch gelenkte Hausaufgabenbetreuung als Angebot für die Schüler des nahegelegenen Schulzentrums." (Quelle: Werner Kessl/ Siegfried Neubrand: Die Eucharistiner in Rottweil 1922-1986, Rottweil 1986)
Nach Abschluss der umfangreichen baulichen Planungen durch die Kirchengemeinde Heilig Kreuz, konnte der Kirchbau 1966 endlich beschlossen und der erste Spatenstich noch am 5. Dezember 1966 stattfinden. Bereits vier Monate später war der Bau soweit gediehen, dass am 25. April 1968 der Grundstein der Pfarrkirche gelegt werden konnte. Das Datum nahm historischen Bezug auf den siebenhundertsten Jahrestag der Gründung der Dominikanerkirche durch Albertus Magnus.
Die neue Kirche sollte eingebunden werden in die geistliche Tradition der Stadt; so entschied sich der Name für Kirche und Gemeinde. Neun Möglichkeiten der Namensgebung waren damals im Gespräch: Auferstehung, Dreifaltigkeit, Erlöser, Frieden, Heilig-Geist, Maria, Michael, Una Sancta und Verklärung.
Die Diözesanleitung entschied sich im Februar 1968 für „Auferstehung-Christi"- in logischer Konsequenz zu den Passionspatrozinien der Rottweiler Kirchen Heilig-Kreuz, Ruhe-Christi und nun Auferstehung-Christi.

 

  

 

In einem feierlichen Gottesdienst legte Dekan Dr. Ochs am 25. April 1968 die in lateinischer Sprache verfasste Gründungsurkunde in den neben dem damaligen stadtwärts gewandten Haupteingang eingemauerten Grundstein. Es steht geschrieben, die Gemeinde soll Herz und Haupt der Vorstadt sein und als Stadt auf dem Berg die Auferstehung des Herrn verkündigen. Eine Übersetzung in deutscher Sprache wurde beigelegt. In der Kupferkapsel, die übrigens aus dem gleichen Material, mit dem damals der Helm der Kapellenkirche eingedeckt worden war, bestand, liegen auch die üblichen Zeitdokumente sowie Gesteinsproben von allen Kirchen der Stadt. In seiner Ansprache betonte Dr. Karl Ochs: „Es ist zu hoffen, dass die neue Kirche als Zentrum einer neuen lebendigen Gemeinde, die den frohen und hoffnungserfüllten Titel „Auferstehung Christi" trägt, für viele Generationen Heimstätte für die Gottesbegegnung wird, die kirchenfreudige Stadt Rottweil wertvoll bereichert und zu einer Quelle reichen Gottessegens für das christliche Volk Rottweils werde."
Die Kirchengemeinde Auferstehung -Christi wird das Jubiläum der Grundsteinlegung zum Anlass nehmen, um im Sinne des von der Diözese initiierten Auftrags „Kirche am Ort- Kirche an vielen Orten" neu über das Fundament und die Zukunft des christlichen Glaubens und der Kirche nachzudenken, gemäß der hoffnungsvollen und mutmachenden Inschrift auf dem Grundstein aus dem Johannesevangelium „Ich lebe und auch ihr sollt leben." (Joh 14,19).

 

Ulrike Zimmerer

 

 

 

Foto: Roland Zimmerer

 

 

In loser Folge sind weitere Artikel geplant, die sich u.a. mit den theologischen und pastoralen Ideen des Kirchbaus im Zuge des zweiten Vat. Konzils sowie der Entstehung und den Anfangsjahren der Kirchengemeinde befassen.