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Herz und Haupt der VorstadtAuferstehung-Christi-Gemeinde feiert 50 Jahre Grundsteinlegung mit Gottesdienst und Stehempfang

 

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Fotos: Roland Zimmerer


Von Stefanie Siegmeier- Schwarzwälder Bote vom 23.04.2018


Rottweil. »Sie ist das Herz und Haupt der Vorstadt, die auf der Berghöhe Krummer Weg liegt« - so heisst es in der Urkunde zur Grundsteinlegung, die Pfarrer Jürgen Rieger gestern zum Auftakt des Gottesdienstes verlas und damit an die Anfänge erinnerte. Karl Ochs, damals Dekan des Landkapitels Rottweil, hatte am 25. April 1968 den Grundstein des Gotteshauses gelegt und geweiht. Erst zwei Jahre später wurde dann mit dem eigentlichen Kirchenbau begonnen.
Es sei ein Aufbruch gewesen, betonte Dekan Martin Stöffelmaier in seiner Begrüßung. Es sei nicht nur eine neue Gemeinde gegründet worden, sondern die neue Architektur habe damals neue pastorale Wege gespiegelt - und spiegle sie bis heute. Als frisch, modern und aufgeschlossen beschreibt sich die Gemeinde auch heute. So wurde der Jubiläumsreigen am Samstagabend beispielsweise mit einem Jazzkonzert in der Kirche eröffnet.
»Die Architektur war und ist Ausdruck eines Schlüsselwortes des Zweiten Vatikanischen Konzils. Kirche, das ist, das Volk Gottes«, so Stöffelmaier. Er betonte, dass es noch etliche Zeitzeugen gebe, die damals begeistert Verantwortung übernommen hätten. Er habe wichtige Personen des Anfangs kennen lernen dürfen, die den Bau aktiv unterstützt und sich verdient gemacht hätten, beispielsweise den Mitinitiator, Pfarrer Ochs, oder die Künstler Siegfried Haas und Franz Bucher.
Aber Stöffelmaier blickte nicht nur zurück, sondern skizzierte auch die Gegenwart. »Immer noch gibt es Kirchengemeinden und hoffentlich bleibt das so«, sagte er und gab zu, dass die Kirchengemeinden landauf landab immer mehr Gemeindemitglieder verlieren würden. »Jüngere Menschen suchen andere Begegnungsformen. Unsere Räume sind trotzdem für Begegnungen offen. Wir können nur einladen, nichts erzwingen«, sagte er in der Hoffnung auf eine Umkehr.
Jürgen Rieger hatte in seiner Predigt den Eckstein in den Vordergrund gestellt. Er verglich ihn mit einem Puzzleteilchen. In seiner Jugend habe er gerne gepuzzelt. Und er habe immer erst die Ecken herausgesucht und dann den Rand geschaffenDann habe der Rahmen gefüllt werden müssen. So könne man dies auch für die Kirche sehen. Ecksteine hätten eine tragende Funktion. Wie im Puzzlespiel seien sie enorm wichtige Elemente an einem Haus. »So ist es auch mit dem Grundstein dieser Kirche. Er ist ein Eckstein«, so Rieger. Vor 50 Jahren wurde der Rahmen geschaffen der bereits mit Leben gefüllt wurde. Und auch für die Zukunft gebe es mit vielerlei Ideen den Rahmen weiter auszufüllen. Das machten die Jugendlichen mit ihrem selbst gestalteten Grundstein deutlich, den sie symbolisch auf dem Grundriss-Plan der Kirche ablegten. Bis zum Kirchweihfest in zwei Jahren sollen hier von den anderen Gruppierungen noch weitere Steine hinzukommen, die letztlich zu einem Modell des Kirchengebäudes wachsen.
Der feierliche Gottesdienst wurde von der Mädchenkantorei Auferstehung Christi und dem Münsterchor mitgestaltet. Zudem waren Bilder der Erstklässler der Konrad-Witz-Schule ausgestellt, auf denen die Kinder die Kirche gemalt hatten.
Im Anschluss waren die Kirchenbesucher noch zum Stehempfang ins benachbarte Gemeindezentrum eingeladen. Ralf Kuwan, Zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderates, hieß die Gäste willkommen und lud sie ein, die Gemeinde beim zweijährigen Festreigen zu begleiten. Das große Fest steht im Juni 2020 an.