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Fasnet für Neigschmeckte - Narrenpredigt in Auferstehung Christi

 

Ganz im Schatten der Narrenmesse im Münster und der Proklamation der Fasnet in der Innenstadt hat die Narrenmesse mit gereimter Narrenpredigt in Auferstehung Christi immer ein ganz eigenes Gepräge.
Die Reihen sind lichter als sonst und auch einen Bajass sucht man vergebens, nur vereinzelt verirrt sich ein Möhrenkostüm und einige Baurenkittel in die Kirche. So versuchen die Rottweiler vom Berg gar nicht erst, die Tradition zu kopieren.
In seiner Predigt beginnt Pfr. Störzer ziemlich steil und leiht sich bei keinem geringeren als Rainer Maria Rilke das Karussel sprich das Gedicht, in dem der weiße Elefant seine Runden dreht und ein Sinnbild wird für das Kreisen der Menschen um sich selbst und die vermeintlichen Reichtümer, die es zu bewahren gilt.
Der Narr ist einer, der den Menschen den Spiegel vorhält und ihnen Wahrheiten sagt, die sie sich sonst von keinem sagen lassen würden. Und in diesem Sinne war die Narrenmesse tatsächlich ein Spiegel, in den die Kirchenbesucher blicken konnten. Und so liebevoll die Predigt vorgetragen ward, ließen sie es sich auch sagen. Sie seien mitunter gefährlich wie der gleichnamige Hund, wenn man ihnen geliebte Traditionen nehmen möchte oder diese gar hinterfrage.
Die Gegend um Auferstehung Christi mit seinen Neubaugebieten ist auch Wahlheimat für viele Wahlrottweiler und so wundert es nicht, dass in einer Narrenmesse auf dem Berg nicht nur der Rottweiler Narrenmarsch zu Gehör kommt. Fast als die Besucher die Kirche schon verlassen wollten, ließ der Organist Töne erklingen, die sonst eher am Kölner Karneval heimisch sind. Und prompt erntete er von Besuchern nach dem mit Inbrunst gerufenen Hu-Hu-Hu auch ein Kölle-Alaaf. Wenn das mal keinen Ärger gibt? Immerhin war die Stimmung so gut, dass der Pfarrer in Richtung auf das Möhrenkostüm versprach, nächstes Jahr als Hase zu erscheinen.


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