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Farbenfroher Einstieg in die Heilige Woche

 

(mb)„Von überall her" - bedeutet katholisch wortwörtlich übersetzt. Der Palmsonntagsgottesdienst in Auferstehung Christi mit seinen vielen Gesichtern und Beteiligten bot einen Eindruck von dem, was katholisch im besten Sinne bedeutet.
Der Chor der Hörgeschädigten gestaltete auf seine vertraute aber auch immer wieder neu bewegende Weise die Musik des Gottesdienstes. Wie der Zelebrant Stadpfarrer Timo Weber es zum Ausdruck brachte: „Mich berührt es immer wieder neu, wie der Chor mangels Hörvermögen auf andere Weise zu kommunizieren vermag." Eckhart Gräf mit Ehepaar Thomas und Silvia Grathwohl bekannt als „Tibi deo" ergänzten den auf Gebärden setzenden „Gesang" des Chores mit eingängigen Melodien und Liedern aus der jüngeren und nicht mehr ganz so jungen musikalischen Tradition. Pfarrer Timo Weber betonte so auch im Gottesdienst die Wertschätzung, die dem Gebärdenchor und der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste in diesen besonderen Zeiten entgegengebracht werde und bedankte sich bei allen Beteiligten.
Mitglieder der italienischen Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Gehörlosenseelsorge setzten die Geschichte von Palmsonntag wieder ganz neu in Szene. Üblich ist das Verlesen der Leidensgeschichte Jesu vom Einzug in Jerusalem bis hin zum Tod am Kreuz. Dies gibt dem Gottesdienst per se eine gewisse Schwere. Dieses Jahr verhalfen eine moderne Textversion und die biblischen Erzählfiguren des von Angela Mariano und Erika Scheurer geschaffenen Osterweges dem Bericht zu einer gewissen Leichtigkeit, ohne ihm die Würde zu nehmen. Der Osterweg steht in der Kirche und kann noch bis zum Sonntag nach Ostern bewundert werden.


Der jahrhundertealte Brauch, Palmzweige zu segnen und mit nach Hause zu nehmen, um damit die Wohnung vorösterlich zu schmücken wurde entsprechend gewürdigt und schafft im home office ein Zeichen des Miteinanders und der Verbundenheit.
Die Kirche war für Corona-Verhältnisse gut gefüllt, sodass die Ordner gut beschäftigt waren, die Besucher zu empfangen, zu registrieren und mit den entsprechenden Abständen auf die Kirche zu verteilen. Deshalb die Bitte auch für die kommenden Gottesdienste der Kar- und Ostertage, sich auf dem Pfarrbüro anzumelden. Das erleichtert die Planung und den Prozess vor dem Gottesdienst enorm.
Die Gottesdienste in der Kar- und Osterzeit mit ihren vielfältigen Traditionen und Ritualen sind ein unschätzbares Geschenk in dieser durch die permanent über den Köpfen schwebende Gefahr einer Ansteckung geprägten Zeit. Eine Stunde Aufatmen, einen Hauch Normalität und Vertrautes erleben sind wertvolle Tankstellen und wenn die Regeln beachtet werden auch Zonen ohne Angst.


Gebärdenchor und Tibi Deo
Fotos: Roland Zimmerer