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Drei Kapellen an einem "besonderen Ort"

 

Dass man gleich drei Kapellen in und um das Haus St. Antonius -in der Johanniterstrasse 35- finden soll, das mag schon verwundern.

Von diesen drei Kapellen sind heute nur noch zwei als kirchliche Orte erkennbar: die Hauskapelle in St. Antonius selbst, oben unterm Dach, also im Rottweiler "Zentrum für hörgeschädigte Menschen", und die neue Kapelle beim "Franziskaner- Klösterle" am Rande des Geländes.

Schon im großen Bau, dem heutigen Haus St. Antonius, den Professor Blersch um 1900 damals noch weitab von der Stadt auf freiem Gelände hat erstellen lassen, war eine Kapelle im mittleren Seitenflügel enthalten. Der Stühlinger Künstler und Theologe Peter Klein hat 2003 seine Neugestaltung des Altarraums beschrieben. Danach wollte er aus unbrauchbar gewordenem Eichenholz und aus Altmetall neue liturgische Geräte schaffen, "Zeichen für die Eucharistie". Dabei habe er an die Bewohner dieses Haus gedacht; auch ihr vielfach geschädigtes Leben solle an diesem Ort wieder "licht und stark" werden.

 

Fotos: Theo Laakmann

 

Und die zweite Kapelle im Haus St. Antonius? Die einstige Beichtkapelle, unmittelbar im Eingangsbereich gelegen, ist heute das große Arbeitszimmer der Heimleiterin. Ihren Besucher verwundern schon die beiden Beichtstuhl-Türen, hinter denen sich heute Aktenordner stapeln.

 

Die dritte Kapelle im weiten Gelände von St. Antonius findet sich zwischen den beiden erst in den 1980er Jahren entstandenen neuen Gebäuden, dem Bruder-Innozenz -Haus (es soll das Geschenk eines reichen Patienten des Franziskanischen Heilers gewesen sein) und dem "Klösterle", heute Wohnhaus einer Familie. Gebaut worden ist es als letztes Rottweiler Zuhause der Franziskaner bis zu ihrem Wegzug von hier im Jahre 1995.

 

Diese kleine intime Kapelle bietet für knapp zwei Dutzend Besucher Platz. Sie ist gleichwohl reich ausgestattet. Die sechs Glasfenster in Chorraum bilden Szenen aus dem Leben des Heiligen von Assisi ab. Sie stammen alle von dem in Riedlingen (Donau) geborenen Maler Albert Burkart (1898-1982).Er hat sie 1948 für den damals in Riedlingen arbeitenden Franziskaner-Konvent gemalt und bei der Rottweiler Firma Derix herstellen lassen. Sie hingen also zuerst in der Riedlinger Franziskaner-Kapelle St. Antonius. Als die Patres bald darauf samt ihrem Internat nach Rottweil zurückkehrten, nahmen sie diese Glasgemälde -mit Motiven aus dem Leben ihres Heiligen- mit.

 

Diese Herkunftsgeschichte war eigentlich in Riedlingen in den Büchern bekannt; aber erst durch die Rottweiler Recherche wurde man dort wieder auf sie aufmerksam. Seither besteht eine Verbindung in Sachen "Albert Burkart" zwischen Riedlingen und Rottweil.

 

Die Mitte der kleinen Kapelle bildet der Altarblock. Ihn hat Ingrid Haas gestaltet, die Witwe unseres Rottweiler Künstlers Siegfried Haas. Sie habe damals ,zwischen der Hausfrauenarbeit und der Kindererziehung, zu dem biblischen Gleichnis von den Gescheiten und den törichten Jungfrauen, also aus Matthäus 25,1-3,die einzelnen Szenen modelliert und selbst gebrannt; ein Altarblock aus Tonkacheln ist so entstanden ,weithin einmalig und besonders.

 

Fotos: Theo Laakmann

 

Heute ist niemand mehr von den Brüdern des Poverello aus Assisi auf dem weiten Gelände zuhause. Und doch ist vieles von ihrem Leben in Rottweil- immerhin von 1922 an- auch räumlich prägend geblieben, vom kleinen Friedhof über die neuen Häuser und das alte Internat, von der Klara-Straße zu Ehren der Heiligen aus Assisi bis hinüber auf den Franziskus-Platz vor der Ruhe-Christi-Kirche. Insgesamt "ein besonderer Ort"(Beate Mayer), man könnte ihn auch "heilig" nennen.

 

Werner Kessl, 2011

 


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