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Bau und Geschichte

 

Die Oberamtsbeschreibung aus dem Jahr 1875 sagt über die Ruhe-Christi-Kirche:

 

Kaum eine Viertelstunde südöstlich von Rottweil, links an der Straße nach Spaichingen, und an der westlichen Ecke des schönen Friedhofes, erhebt sich das Kirchlein zur Ruhe Christi, errichtet an der Stelle einer älteren Kapelle im Jahre 1715 in ansprechendem spätem Renaissancestil. Seine gegen die Stadt herschauende in gelblichem Sandstein ausgeführte Fassade baut sich mit breiten toskanischen Pilastern auf, dazwischen stehen zwei Heilige in Muschelnischen; und darüber ist ein antikisierender mit großen Schnecken flankierter Giebel gebreitet. Das schöne, von zwei korinthischen Säulen eingefasste rundbogige Portal trägt auf seinem Schlussstein die Jahreszahl 1715.

 

Auch an der Südseite sieht man ein hübsches Protal, dieses mehr im dorischen Stile gehalten. Das Innere wird von vier flachen mit schönen Laubwerkskränzen geschmückten Kreuzgewölben (Alles in Stuck ausgeführt) bedeckt, die je fünf Freskenmedallions enthalten, schließt im Chore vieleckig und macht einen höchst erfreulichen und wohthuenden Eindruck, der nur durch die oftmalige Übertünchung der feinen Stuckornamente etwas abgeschwächt wurde. Der für die Verhältnisse des Kirchleins kolossale Hochaltar ist ein reichster Spätrenaissance gehalten, ebenso die Kanzel.

 

Von besonderer Schönheit sind die Balustrade vor dem Hochaltar und namentlich die beiden Chorstühle, an deren hohen Seitenlehnen prächtige Rebengewinde ausgeschnitzt sind. Das Kirchlein wurde erbaut im Jahre 1715 von Joseph Feuerstein von Rottweil, demselben, der auch der Baumeister des Klosters Kirchberg und in Rottweil selbst des nachmals von Göbel'schen Hauses, früher dem Kloster Rottenmünster gehörig, gewesen war. (v. Langen, Geschichte der Stadt Rottweil S. 415). An die Kirche angebaut ist das Mesnerhaus mit spitzbogigem Eingang und der Jahreszahl 1717 darüber. Ganz in der Nähe des Kirchleins steht unter zwei schattigen Linden ein laufender Brunnen, ein traulicher Rastort.

 

 

Aus den Akten der Kirchenpflege entnehmen wir:

 

An Stelle der Kirche befand sich eine kleine Feldkapelle mit einem Gnadenbild, das den Heiland darstellte, wie er vor der Kreuzigung mit der Rechten den Kopf stützend, ausruht und wartet, bis das Kreuz hergerichtet ist. Das Bild bezeichnet man mit den Namen: Heiliges Elend, Not Gottes, Schmerzensmann, Ruchechristi. Letzterer Name ist der gebräuchlichste. Dieses Gnadenbild zog viele Wallfahrer an.


Das Kapellchen wurde abgebrochen. Die jetzige Kirch im Barockstil erbaut. Bauakten sind nicht vorhanden. Nach den Badaten an der Fassade ist der Bau im Jahre 1715 vollendet worden. Das Gnadenbild ist im Hochaltar über dem Tabernakel untergebracht. Die dabei befindliche Geiselsäule ist spätere Zutat.


Es ist sicher, dass der Baumeister Josef Feuerstein den Bau geschaffen hat. Derselbe ist im Jahre 1677 im Bregenzer Wald geboren und ließ sich etwa im Jahre 1700 in Rottweil nieder. Die kunstvollen Malereien an der Stuckdecke rühren von dem Rottweiler Künstler Johann Georg Glükher (1653-1731) her. Wahrscheinlich hat er auch das, die Kreuzigung darstellende Hochaltarbild gemalt. Die weiteren Malereine sind wahrscheinlich von dem Maler Johann Spreng. Die Ölbilder an der Brüstung der Empore sind Schöpfungen des Rottweiler Künstlers Johann Achert. Als Bildhauer kommen in Betracht die Rottweiler Hans Engelhardt und Adam Bertsche.

 

Quelle: Kostenanschlag Renovierung 1987 von Erwin Klink, freier Architekt, Spaichingen

 


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